Neues und Historisches

Das Lichthauser Marterl kehrt heim

Das Lichthauser Marterl kehrt heim

i 8. Mai von Maria Sonhütter

Nach knapp einem Jahr konnte das restaurierte Lichthauser Marterl am 5. April 2022 wieder aufgestellt und am 6. Mai eingeweiht werden. Im Zuge der Erneuerungsmaßnahmen der Kreisstraße Gerolsbach-Jetzendorf, bei der auch die Trassenführung etwas geändert wurde, musste das Lichthauser Marterl weichen. Aber nicht für immer!
Für Daniel Schreier, gebürtiger Lichthauser, war dies der Anlass, aber auch Herzensangelegenheit, sich um eine gründliche Renovierung des heimatlichen Flurdenkmals zu kümmern. Unterstützung fand er dabei durch den Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen e. V., der sich die Erhaltung historischer Kulturgüter zur Aufgabe gemacht hat.

Das Marterl erinnert an die traurige Geschichte einer Magd, die vom Nachbarsgesellen ein von ihm ungewünschtes Kind erwartete und von diesem deswegen ermordet wurde. Der Legende nach, war dort seitdem des Nachts öfters ein Lichtlein zu sehen.

Beim ursprünglichen Straßenbau um das Jahr 1962 wurde das Marterl von seinem angestammten Standort verdrängt. Seitdem stand es, kaum sichtbar, in Richtung Jetzendorf links kurz vor der kleinen Brücke hinter einer mächtigen Leitplanke unterhalb des Straßenniveaus.
Beim Abbau war man überrascht: der vorher im Erdreich verborgene Sockel kam als massiver, um die 80 cm hoher geschlagener Sandstein zum Vorschein. Bei Steinmetz Roth in Augsburg wurde dieser, der Mittelteil und der lourdesgrotten-artige obere Teil gesäubert und restauriert. Eine Madonnenfigur in dieser Grotte lädt den Betrachter ein zum Innehalten und zum Gebet. „Steh´ still und bete für die hier ermordete Magd von Lichthausen“. Diese auf die neu angebrachte schwarze Tafel geschriebenen Worte erinnern an den traurigen Hintergrund des Marterls. Das einst verloren geglaubte, aber wiedergefundene Originalkreuz ziert nun das geschwungene, links und rechts mit Voluten gezierte Steindach.

In der Nähe des ursprünglichen Standorts hat es einen würdevollen Platz erhalten und ist schon von weitem sichtbar. Aus dem kleinen unscheinbaren Gedenkstein wurde ein wahrlich beeindruckendes Flurdenkmal, das durchaus als Sehenswürdigkeit von Gerolsbach bezeichnet werden kann. Nach der abschließenden Bepflanzung erhielt es am 6. Mai im Rahmen der offiziellen Straßeneröffnung noch den kirchlichen Segen. Daniel Schreier ist es zu verdanken, dass das tragische Schicksal der Lichthauser Magd nicht in Vergessenheit gerät.

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