Neues und Historisches

Bäuerlicher Bauschmuck und Kapellen

Bäuerlicher Bauschmuck und Kapellen

i 15. April von U. Beyer

Anfang April führte die Gerolsbacher Heimatforscherin Maria Sonhüter für den Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen eine Gruppe heimatkundlich Interessierter zu einigen verborgenen Sehenswürdigkeiten ihrer Gemeinde, um ihnen etwas für unsere Region ganz Besonderes zu zeigen und zu erläutern.

Erstes Hauptziel waren die Mörtelplastiken der Gehöfte Sachenbach, Oberwengen, Gerenzhausen und Siebeneich. Mörtel- oder Maurerplastiken sind Reliefs, die der Maurer Bartholomäus Ostermayr – genannt "Saubartl" – Ende des 19. Jahrhunderts in einigen Bauernhöfen unserer Region an Stall- und Wohngebäuden anbrachte. Es gibt sie vornehmlich in den Landkreisen Aichach-Friedberg, Dachau, Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Freising, sind also etwas ganz Besonderes. Leider nagt der Zahn der Zeit daran, sodass nur noch wenige erhalten sind. Die meisten stellen bäuerliche Arbeiten, Nutzvieh und die Schutzheiligen Sankt Florian und Wendelin dar. Maria Sonhütter erklärte vor Ort sehr anschaulich, welches die Hauptmotive sind, wie sie geformt wurden, wie man sie zur Restaurierung oder zum Versetzen abnehmen kann und warum so viele verschwunden sind.

Zu zwei der besuchten Anwesen gehört auch noch eine eigene, jahrhundertealte Kapelle, Zeugnisse vergangener Volksfrömmigkeit: Die Hofkapelle von Sachenbach wird gerade von Grund auf restauriert, und der Eigentümer berichtete u. a. über Verhandlungen mit dem Denkmalamt oder wie die Holzschindeln des Zwiebelturms per Kartoffeldämpfer in Form gebracht wurden.
Auf dem Weg von Hof zu Hof genossen die Teilnehmer der Fahrt den Anblick sorgfältig erhaltener Wegkreuze und der wunderbaren Frühlingslandschaft. Nach gemütlichem Beisammensein beim Mittagessen im Gasthof Buchberger/Kettner in Gerolsbach führte der Weg abschließend zur Kirche in Eisenhut, auf die viele schon neugierig waren. Sachkundig erläuterte Maria Sonhütter die Besonderheiten dieses Dorfkirchleins, z. B. woher der Name Eisenhut wahrscheinlich kommt und welche Bewandtnis es mit den Heiligenfiguren an der bemalten Kassettendecke hat.

Ihre Zuhörer lauschten aufmerksam ihren Ausführungen und waren sehr beeindruckt von ihren fundierten Kenntnissen. Der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen bedankte sich ganz besonders dafür, dass sie auf ein Honorar verzichtete, und zwar zugunsten eines Vereinsprojekts, nämlich der Restaurierung des Marterls für eine ermordete Magd von Lichthausen.

Der Initiator dieser Restaurierung, Daniel Schreier aus Lichthausen, hatte zusammen mit Maria Sonhütter diese interessante Besichtigungstour zusammengestellt und organisiert.



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