Der HKK hat für den Stadtrat kandidierende Parteien bzw. Gruppierungen zum Thema bauliches Kulturerbe und Stadtbildpflege befragt. Geantwortet haben: Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, Freie Wähler, GfG, ÖDP, SPD.Folgende Gesichtspunkte sind den betreffenden Partei besonders wichtig (Es durften jeweils nur drei von sieben angekreuzt werden) :Einbeziehung des Beamtenviertels in die Gestaltungssatzung SPD, GrüneKonsequente Umsetzung der Gestaltungssatzung in allen darin aufgeführten Bauquartieren Die Linke, ÖDP, SPD, GrüneFreie Sicht auf Baudenkmäler, ungehindert von Werbung, Waren, Plakaten, Verkehrs-schildern etc. Freie Wähler Ein Grünkonzept im Einklang mit dem Blick auf historische Bauten und Denkmale Die Linke, Freie Wähler, ÖDP, GrüneVerwirklichung eines kommunalen Denkmalkonzepts (vorgestellt vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege) Die Linke, GfG, ÖDP, SPDEin Museum der Geschichte und Kultur von Stadt und Landkreis Pfaffenhofen GfGGründung einer Kulturerbe-Stiftung zur Erhaltung des materiellen Kulturerbes der Stadt Freie Wähler, GfGFolgende Fragen wurden darüber hinaus beantwortet:1. Was soll Ihrer Meinung nach mit dem Mesnerhaus geschehen?Bündnis 90 die Grünen:Das Mesnerhaus sollte auf alle Fälle erhalten bleiben und einer sinnvollen öffentlichen Nutzung, z.B. ein Touristenbüro im Erdgeschoß, Ferien im Denkmal im ersten Stock. Am besten wäre es, wenn das Mesnerhaus von der Stadt Pfaffenhofen oder einer Genossenschaft erworben werden könnte.Die Linke:Mesnerhaus erhalten und öffentlich nutzen: Kultur, Heimatgeschichte, Begegnung. Falls es künftig nicht mehr kirchlich ist: gemeinwohlorientierte Lösung, z.B. offenes Haus für Initiativen und Bürgerangebote (ggf. Bürgerbüro). Freie Wähler:Dieses Bauwerk hat eine besondere Historie, und zählt zu den ältesten der Stadt. Demnach sollte auch eine zukünftige Nutzung adäquat erfolgen.Gerne in Richtung Stadt-Archiv, Touristinformation, oder dgl…GfG: Mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen, als es beim aktuellem Genossenschaftskonzept der Fall ist, weil dieses nicht bürgernah istÖDP: Das Mesnerhaus sollte erhalten bleiben. Es muss mit Leben gefüllt werden, denn als bloße Hülle, die von außen betrachtet werden kann, ist das Potential verschenkt. Aber Sicherheit geht vor, daher muss abgewogen werden, was leistbar ist. Die Kirchensanierung hat aber Priorität.SPD:Das Mesnerhaus soll wieder öffentlich genutzt werden. Kurzfristig im Erdgeschoss gastronomisch bzw. kleinteilig gewerblich, nach Sanierung in den oberen Geschossen z. B. für „Wohnen im Denkmal“ oder Vereinsräume. Die breite Bürgerbeteiligung (über 500 Anteile à 500 Euro) zeigt: Eine Lösung in Bürgerhand ist realistisch und wünschenswert. Wir sollten uns gemeinsam dafür einsetzen. 2. Wo sehen Sie im Bereich Denkmal- und Ensembleschutz sowie Stadtbildpflege in den kommenden sechs Jahren besonderen Handlungsbedarf in Pfaffenhofen? Bündnis 90 die Grünen:Wir Grünen wollen ökologischen und klimaneutralen Wohnungsbau.Sanieren steht für uns vor Abriss. Durch die Förderung von Sanierungen wird die Umnutzung vonBestandsgebäuden erleichtert. Für uns hat die Bebauung von Baulücken Vorrang vor der Ausweisung neuer Baugebiete.Wir Grünen wollen unsere Baukultur erhalten.Die Erhaltung der regionalen Baukultur mit typischen Bauformen und Materialien in den Neubaugebieten im Stadtgebiet ist uns ein Anliegen. Wir wollen die dörflichen Strukturen in den Ortsteilen mit dorfgerechter Verdichtung erhalten und orientieren uns am seit Jahrzehnten gewachsenen Bestand. Denkmalgeschützte Häuser werden wir erhalten.Wir unterscheiden zwischen dörflichem und städtischem Umfeld bei Neubauten. Die Gestaltungssatzung und den Ensembleschutz in der Altstadt verfolgen wir konsequent.Die Linke:Schutz historischer Gebäude vor Leerstand und Verfall. Ensembles stärker berücksichtigen (nicht nur Einzeldenkmäler). Stadtbild stärken durch klare Regeln für Gestaltung, Werbung und Begrünung.Freie Wählerin den Nebenstraßen zum Hauptplatz, sowie die Kirchplätze in den OrtsteilenGfG: Erhaltung der vielen alten Gebäude die das Stadtbild seit jeher prägen. Siehe Verfall des alten Sparkassen-Gebäudes hinter dem RathausÖDP:Ein wichtiges Problem ist, dass die stadtbildprägenden Häuser, die für Familien ausgelegt waren, sich Familien nicht mehr leisten können. Nachdem Vorbesitzer ausziehen oder sterben, stehen sie oftmals leer oder werden höchstbietend verkauft, weggerissen und durch Wohnblöcke ersetzt. Gleiches gilt für Geschäftshäuser, die nicht saniert, sondern im großen Stil abgerissen und irgendwie neugebaut werden. Oder dem Verfall preisgegeben, bis nur mehr ein Abriss lohnt. SPD:Zentrale Entwicklungs- und Konfliktbereiche sind: Wohlherrn-Areal, Urbanus-Areal, Stocker Maschinenfabrik, Platz hinter dem Rathaus, Sparkassengebäude/Ilmbogen, Grabengasse, Post-Areal, Alte Sparkasse/Stadtbauamt, Platz vor der Evang. Kirche, Grünanlage am Bahnhof sowie das Ensemble Frauenstraße inkl. Alter Kämmerei. 3. Welche Maßnahmen möchten Sie dazu ergreifen?Bündnis 90 die Grünen:Wir Grünen wollen Leerstand reduzieren.Falls sich die Wohnungsnot in Pfaffenhofen verschärfen sollte, sind Maßnahmen wie eine Leerstandsabgabe erforderlich. Die Nutzung bestehender Wohnungen statt Neubauten ist nachhaltiger, schont Ressourcen, versiegelt weniger Flächen und dient dem Klimaschutz. Die Linke:Leerstand darf kein Normalzustand sein: Wir haben 2025 mit einer Leerstandsaktion in Pfaffenhofen darauf hingewiesen. Instrumente konsequent nutzen: Erhaltungspflicht (Art. 4 BayDSchG) sowie §§ 176/177 BauGB gegen Verfall und Leerstand. Freie Wähler:wichtige Bauten erkennen und Schützen, die Bevölkerung dazu motivieren den Gebäuden eine Nutzung zu geben….Denn: Gebäude hatten schon immer eine FUNKTION !GfG: Auf die Bürger zugehen, Sponsoren suchen, staatliche Programme suchen, einen Verein GründenÖDP:Wir möchten Unterstützung für neue Wohnformen schaffen, die nicht nur den Flächenverbrauch minimieren, sondern auch alte Bausubstanz erhalten helfen. Denn wenn beispielsweise ein alleinstehender Mensch nur mehr einen Teil der Zimmer nutzt, wäre er vielleicht froh, Anregungen zu erhalten, wie auch der Rest des Hauses wieder mit Leben gefüllt werden kann. Das hilft Stadtbild, Umwelt und bekämpft gleichzeitig die gesellschaftliche Vereinzelung. Gerade in der Innenstadt gehen wir ferner mit grundsätzlicher Skepsis zu Werke, was Abriss und Neubau betrifft, damit unser Stadtkern geschützt wird. Getreu dem Motto: Damit das Alte dem Neuen weicht, muss dieses sich erst als das Bessere erweisen. Und damit die Seele der Stadt auch in hundert Jahren noch erfahrbar und erfühlbar ist. SPD:Wohlherrn-Areal Hauptplatz: Entwicklung über Architekturwettbewerb. Urbanus-Areal Abfüllerei: wie geplant umsetzen mit Parkhaus und Durchgang, Urbanus-Areal altes Sudhaus: Sudhaus-Turm möglichst für Wohnungen erhalten. Stocker-Fabrik: Industriedenkmal? Bergmann-Konzept fördern! Innenstadt: Erweiterung Fußgängerzone, Grabengasse: Schutz alte Stadtmauer/-turm, Riederweg: alte Stadtmauer schützen; Frauenstraße/Alte Kämmerei: B-Plan wg. historischem Gebietscharakter prüfen, Kreativnutzung erhalten. Platz vor evang. Kirche: wie geplant öffnen/ausbauen. Grünanlage am Bahnhof: wertvolle Grünanlage des historischen Verschönerungsvereins erhalten4. Welche kommunalen Instrumente möchten Sie dabei anwenden?Bündnis 90 die Grünen:Konsequente Anwendung der Erhaltungs- und Gestaltungssatzung in der Altstadt, weiterhin Anreize schaffen durch die Verleihung von Erhaltungspreisen an Privatpersonen durch die Stadt, Einbeziehung von Fördermöglichkeiten durch die StädtebauförderungDie Linke:Vorhandene Instrumente konsequent nutzen und ausbauen: Bauleitplanung, Städtebauförderung, Beratung und Förderprogramme. Wo sinnvoll: Gestaltungs-/Erhaltungssatzungen sowie ein kommunales Denkmalkonzept prüfen. Bürgerbeteiligung stärken.Freie WählerHier kann die Kommune mit gutem Beispiel vorangehen, und die eigenen Bauwerke entsprechend würdigen.Es gibt einen Wettbewerb, den Pfaffenhofener Erhaltungspreis, der die alten Gebäude wieder aufleben lässt.GfG: Bürgerbeteiligung, Städtebauförderung, Denkmalkonzepte anwenden, Gespräche mit den Eigentümern führen und natürlich für Bürgerbeteiligung werben, auch für handwerkliche Arbeiten. Mach es zum Herzensprojekt der BürgerschaftÖDP:Wertschätzung kommt von Bewusstsein. Nur wer darüber nachdenkt, was die Stadt ausmacht, der weiß auch deren Historie zu schätzen. Daher muss klein angefangen werden und die Schulen müssen aktiver eingebunden werden. So kann das Bewusstsein auch in die Familien getragen werden. Die Erhaltungssatzung gilt es auszubauen, um Wildwuchs einen Riegel vorzuschieben. Gleichzeitig ist der Kampf gegen den Siedlungsdruck ein wichtiger Hebel. Wenn die Kosten ins Unermessliche steigen, ist alles andere im Einzelfall sekundär. Hier kann die Stadt helfen und unterstützen und Wege aufzeigen, wie man finanziell darstellbar ein Gebäude beleben kann. Auch die ältere Generation muss jetzt aktiv ins Boot geholt werden, denn diese kann jetzt aktiv den Erhalt der Seele der Stadt steuern. SPD:Einsatz aller geeigneten kommunalen Instrumente: Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, kommunales Denkmalkonzept, Städtebauförderung, gezielte Investitionen sowie fachliche und ggf. finanzielle Unterstützung von Eigentümern. Ergänzend wollen wir Bürgerbeteiligung über Stiftung und/oder Genossenschaft stärken und die Stelle des Kreisheimatpflegers wieder qualifiziert besetzen. Ergänzend setzen wir auf städtebauliche Verträge, kommunale Vorkaufsrechte, Erbbaurechte, aktive Bodenpolitik sowie verbindliche Beteiligungsformate und Zwischennutzungskonzepte. 5. Was möchten Sie über diese Fragen hinaus noch zum Themenkreis Kulturerbe in Pfaffenhofen formulieren?Bündnis 90 die Grünen:Wir Grüne unterstützen die Ortsteile im Hinblick auf ihr kulturelles ErbeWir fördern innovative Modelle um dem Wirtshaussterben Einhalt zu gebieten.Die Linke:Das baukulturelle Erbe von Stadt und Landkreis prägt Pfaffenhofen. Denkmäler historischer Ortskerne sowie kirchliche und bäuerliche Baukultur stiften Identität. Erhalt und lebendige Nutzung gelingt gemeinsam: Stadt, Eigentümer:innen, Vereine, Bürgerschaft. Wir wollen bewahren, aber die Denkmalpflege auch gemeinsam weiterentwickeln. Freie Wähler:Alle Stadträte der Freien Wählern Pfaffenhofen haben mindestens 1 Gebäude in Nutzung das über 100 Jahre alt ist, manche sogar 350 Jahre (Kramerbräu)Das zeigt von Verständnis für Historische Gebäude , und auch deren Nutzungsmöglichkeiten.Mein altes Haus ist ca. 110 Jahre Alt, der alte Stall mit Böhmischen Gewölbe etwa 130 Jahre alt- und wir nutzen noch immer alles- sehr gerne.In den Gebäuden steckt eine Geschichte, eine Historie – ein LEBEN !!GfG: Der Erhalt der letzten geschichtsträchtigen Gebäude in Pfaffenhofen ist sehr wichtig, denn es ist unser Kulturelles Erbe, unsere DNA. Es ist auch wichtig, dieses Kulturerbe weiter zu erhalten. Ebenso ist es sehr wichtig Archäologie in der Stadt und im Umland weiter zu fördern. Beispielsweise wenn bei Erdbauarbeiten etwas zu Tage gefördert wird oder eben bei Bodendenkmälern, die bereits bekannt sind wie z.B. die Burg Uttenhofen und viele andere.ÖDP:Heimat ist mehr als Bauwerke. Daher ist es wichtig, dass darüber hinaus auch Geschichte erfahrbar ist. Wir würden gern ein historisches Stadtfest in regelmäßigen Abständen von der Stadterhebung etablieren, wie es zuletzt 1988 gefeiert wurde. In vielen anderen Städten gibt es solche Feste und wenn nicht alles immer bis ins kleinste Detail historisch ist, so sorgt es doch dafür, dass sich breite Massen mit der Geschichte beschäftigen und damit das Bewusstsein geschärft wird. SPD:An alle Verantwortlichen im HKK PAF: Dem HKK gilt unser ausdrücklicher Dank. Euer ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Grund dafür, dass Pfaffenhofen sein kulturelles Erbe bewahren und weiterentwickeln konnte. ******************************************************************************************************************************
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