Neues und Historisches

Baudenkmal in Euernbach zu verkaufen: das ehemalige Schulhaus Baudenkmal in Euernbach zu verkaufen: das ehemalige Schulhaus

Baudenkmal in Euernbach zu verkaufen: das ehemalige Schulhaus

i 20. April von U. Beyer

Euernbach ist ein hübscher ländlicher Ort, in dem es bisher gelungen ist, Neubauten so zu gestalten, dass sie ins traditionelle Ortsbild passen. Gleich vier Baudenkmäler prägen den Dorfkern. Eines davon steht zum Verkauf. Es handelt sich um das ehemalige Schulhaus, das die Gemeinde Scheyern jetzt veräußern will.
Diese Schule bestand aus zwei großzügigen Lehrerwohnungen, zwei Klassenzimmern von je 80 m² für jeweils bis zu 30 Schüler und einem dritten, kleinen Klassenzimmer, das von der Lehrerwohnung im Erdgeschoss abgetrennt wurde. Nur ein kleiner Teil des Hauses ist unterkellert, dafür erstreckt sich der Dachboden über das gesamte Gebäude und beeindruckt durch ansehnliche Höhe.
Erbaut wurde es um 1830 und musste um die Jahrhundertwende beträchtlich erweitert werden. Jeweils vier Klassenstufen wurden gemeinsam in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet, ab 1972 nur noch 3 Klassen der 5. – 6. Jahrgangsstufen. Bis 1982 gingen hier Schüler ein und aus. Nach Auflösung der Schule wurden die Lehrerwohnungen noch einige Jahre vermietet, eines der Klassenzimmer benützte der Schützenverein als Schießstand. Die übrigen Räumlichkeiten nutzten die weiteren Dorfvereine.
Der repräsentative Baustil der Gründerzeit ist deutlich erkennbar. Am auffälligsten sind der sechseckige Erker an der Nordwest-Ecke und daneben der Balkon aus durchbrochenem Mauerwerk. Die Ecke wird noch hervorgehoben durch markante Eck-Quader. Ein breites Gesims trennt Erd- und Obergeschoss. Rundbogen kennzeichnen die Eingangstür und die Erdgeschoss-Fenster im älteren Gebäudeteil. Ein mächtiges Walmdach mit Schleppgauben schützt das Haus. Dem aufmerksamen Auge fallen auch die dekorativen Fenstersimse und eine Fahnenhalterung auf. Erneuerte Fenster weisen die gleiche Sprossengliederung auf wie die alten.
Wer eintritt, erkennt, dass die Fliesenböden, Holztreppen und Treppengeländer noch gut erhalten sind. Auffällig breite Bodenbretter zeugen vom ehrwürdigen Alter des Hauses. In das geräumige, helle Erkerzimmer möchte man sofort einziehen. Auch das große elegant gekachelte Bad wirkt noch heute einladend. Überall entdeckt man historische Details wie z. B. die alten Türschlösser und Fenstergriffe. Der Blick aus den Fenstern im Süden führt ins Grüne und auf das Euernbacher Schloss, im Norden blickt man auf die Hauptstraße, das neue Dorfgemeinschaftshaus und ein ansehnliches Anwesen direkt gegenüber.
Im Laufe der Jahre stieg Feuchtigkeit vom Erdboden ins Mauerwerk und Regen ist stellenweise durch das Dach eingedrungen, aber insgesamt ist die Bausubstanz erhaltenswert. Der Kaufpreis ist angesichts der Grundstücksgröße recht vernünftig. Die Käufer müssen zwar für die Restaurierung noch einiges an Geld ausgeben und vielleicht selbst Hand anlegen, und das immer in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
Doch danach können sie sehr stolz sein auf die Erhaltung eines imposanten Baudenkmals. Vor dem Kauf ist jedoch die zukünftige Nutzung zu überlegen, denn als Wohnhaus für eine einzelne Familie ist das Gebäude zu groß. Leicht lassen sich weitere Wohnungen oder Büros unterbringen.
Die finanzielle Belastung der Renovierung müssen die zukünftigen Eigentümer nicht ganz alleine Schultern. Für die Restaurierung eines Baudenkmals kann man Zuschüsse von drei Stellen beantragen: vom Landkreis, vom Bezirk Oberbayern und vom Landesamt für Denkmalpflege. Diese Zuschüsse orientieren sich an der finanziellen Lage des Antragstellers und decken nur einen geringen Teil der Kosten - aber immerhin. Die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Pfaffenhofen hilft hier weiter.

Text und Fotos: Ursula Beyer , Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm e. V.

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