Neues und Historisches

Kulturererbe Bayern - ein bayerischer National Trust

Kulturererbe Bayern - ein bayerischer National Trust

i 9. November von U. Beyer u. A. v. Hornstein

Um Interesse für den Verein und die gleichnamige Stiftung Kulturerbe Bayern zu wecken, besuchte Alexander Freiherr von Hornstein, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Stiftung, den Rotary Club und den Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen.

Im Rathausfoyer besichtigte er die Ausstellung über die Spitalkirche, insbesondere den Teil über die dazugehörige Weihnachtskrippe, danach ging es zur Spitalkirche, wo weitere Krippenfiguren ausgestellt sind. Anschließend informierte er im Vereinsraum des Heimat- und Kulturkreises über die Initiative Kulturerbe Bayern.

Der Verein Kulturerbe Bayern wurde 2015 gegründet und trat im Juli 2017 erstmals an die Öffentlichkeit. Am 5.11.2018 errichteten dann acht Gründungsstifter, darunter die Vorsitzende des Heimat- und Kulturkreises Pfaffenhofen, Ursula Beyer, die Stiftung Kulturerbe Bayern mit einem Grundstock von 200 000 Euro. Es ist eine landesweite bürgerschaftliche Stiftung, die sich aus Spenden und Zustiftungen finanziert. Zweck der Stiftung ist es, daran mitzuwirken, das kulturelle und natürliche Erbe Bayerns zu bewahren und für die Zukunft zu sichern, soweit dieses gefährdet ist, weil staatliche oder private Einrichtungen nicht helfen können. Dabei soll auch das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger Bayerns für die notleidenden Kulturgüter geweckt und gefördert werden. Kulturerbe Bayern orientiert sich dabei am Vorbild des 1895 gegründeten englischen "National Trust", der Baudenkmäler und historische Gartenanlagen in seinen Besitz bringt, um sie vor dem Verfall zu retten und Besuchern gegen Eintritt zugänglich zu machen. Mitglieder haben in Großbritannien kostenlosen Zugang, ehrenamtliche Helfer sogar außerhalb der Öffnungszeiten.
Kulturerbe Bayern ist keine reine Förderstiftung. Ihre wesentliche Aufgabe ist es, notleidende Kulturgüter zu erwerben, zu sanieren und einer lebendigen, neuen Nutzung zuzuführen. Auswahlkriterien sind: die Gefährdung des Gebäudes, seine überregionale Bedeutung und die Frage, ob es vor Ort eine Gruppierung gibt, die sich darum aktiv kümmert.
In Bayern ist bereits ein Anfang gemacht mit dem ersten Schützling der Stiftung, einem spätmittelalterlichen Bürgerhaus in Rothenburg ob der Tauber. Die große Besonderheit an diesem Gebäude ist eine "Mikwe" (d. h. ein jüdisches Ritualbad) im Keller, außerdem besitzt es eine Bohlenstube aus dem Baujahr 1409. Vor Kurzem wurde es als Denkmal von nationaler (nicht nur regionaler) Bedeutung anerkannt. (Näheres hierzu: www.kulturerbebayern.de)
Die Mitgliedschaft im Verein Kulturerbe Bayern beginnt sich bereits zu lohnen. So werden beispielsweise Exkursionen zu Baudenkmälern bezuschusst und organisiert. Der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen z. B. besuchte Rothenburg ob der Tauber und genoss exzellente Führungen. Eine andere Besuchergruppe konnte unter dem Stichwort „Denkmal hinter Gittern“ das ehemalige Zisterzienserkloster Kaisheim besichtigen, das heute als Justizvollzugsanstalt dient. Außerdem haben Kulturerbemitglieder Vergünstigungen bei der Schweizer Stiftung Ferien im Baudenkmal.

In Pfaffenhofen war Freiherr von Hornstein von den Krippenfiguren und dem Restaurierungsprojekt des Heimat- und Kulturkreises, so beeindruckt, dass er eine Kooperation vorschlug, damit Kulturerbe Bayern sich dabei unterstützend einbringen kann. In welcher Form dies geschehen soll, muss noch abgestimmt werden.

Kommentare

*

Bitte das Ergebnis eintragen: