Neues und Historisches

Goldfund in Pfaffenhofen - ein Krimi

Goldfund in Pfaffenhofen - ein Krimi

i 3. April von U. Beyer

Bei den Ausgrabungen in der Münchener Straße im Herbst 2018 wurde zum ersten Mal Gold gefunden. Kein großer Goldschatz - leider. Doch ein spannendes Rätsel. Es handelt sich um neun spätmittelalterliche, quadratische Münz-Imitate - noch nicht rund ausgestanzt. Sie zeigen auf der Rückseite die drei Wappen von Mainz, Trier und der Pfalz, auf der Vorderseite das Wappen des Erzbischofes von Köln und Moers.

Aber wie kamen die in den Pfaffenhofener Stadtgraben? Angeordnet in Fächerform, so als hätte sie jemand mit Schwung weggeschmissen.

Auf den zweiten Blick entdeckten die Archäologen, dass es sich leider nicht um pures Gold handelte, sondern um vergoldetes Silber bzw. sogar nur Kupfer, das feuervergoldet worden war. Fälschungen also? Diese Vermutung wurde noch bestätigt durch einen Schreibfehler. Der Fälscher hatte die Abkürzung "Colo" für Köln fälschlicherweise mit Doppel-L geschrieben.

Folgendes kann man aus dem Fund schließen: Der Reisende, der sich mit diesen verdächtigen Münz-Rohlingen dem Stadttor näherte, erwartete dort eine gründliche Kontrolle und warf das corpus delicti schnell in den Graben, um nicht als Falschmünzer enttarnt zu werden.
Oder war es anders?

Zeichnungen: Holger Jürgenliemk

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