Neues und Historisches

Pfaffenhofen  im Ersten Weltkrieg

Pfaffenhofen im Ersten Weltkrieg

i 22. September von U. Beyer

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Deshalb gabt der Historiker Günter Helmbrecht zum letzten Mal eine geschichtliche Führung zu den Auswirkungen dieses Krieges auf Pfaffenhofen - bis hin zur Revolution.
Im August 1914 brach die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts auch über die noch beschauliche Kleinstadt Pfaffenhofen herein. Über vier Jahre lang waren auch die Pfaffenhofener mit den Ereignissen und Folgen des 1. Weltkriegs konfrontiert. Pfaffenhofen wurde Garnisonsstadt. Es kam zu ersten Einberufungen und schon nach wenigen Tagen, noch im August 1914, waren bereits die ersten Gefallenen aus Pfaffenhofen zu beklagen - wie die Tafeln unter den Arkaden der Spitalkirche zeigen. Je länger der Krieg dauerte, umso größer wurden die Belastungen der Bevölkerung, und zunehmend ersetzten Durchhalteparolen die Siegesmeldungen. An der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche wurde vor fast auf den Tag genau hundert Jahren ein 'Hindenburg-Mahnmal' feierlich eingeweiht und jeder war aufgerufen, einen 'Kriegsgewinn-Nagel' für eine Mark einzuschlagen. Auch Kriegsgefangene kamen immer mehr zum Einsatz, z. B. bei der Hopfenernte. Am Ende standen Niederlage und Revolution. Die Führung schließt am Müllerbräu-Keller, wo Adolf Hitler im Jahre 1922 mit einer Rede bereits die ersten Pfaffenhofener als Anhänger gewann. Der verhängnisvolle Lauf der deutschen Geschichte setzte sich fort.
Mit Hilfe von historischen Bildern wurden diese Kriegsjahre bei einem Gang über den Hauptplatz wieder lebendig und Pfaffenhofener Geschichte mit deutscher und europäischer Geschichte verknüpft. Ca. 20 Teilnehmer lauschten an historischen Schauplätzen Günter Helmbrechts historischen Ausführungen.
Er betonte, dass der Krieg durch diplomatische Verhandlungen hätte verhindert werden können. Den Hauptgrund für den Kriegsausbruch sieht er im damals vorherrschenden Nationalismus und zieht Parallellen zur Gegenwart.
Trotz der ernsten Thematik gab es auch Anlass zu lachen, z. B. über das Kuriosum, dass es ein Preuße war, der im November 1918 in München den republikanischen Freistaat Bayern ausrief. Es war Kurt Eisner, Journalist und Mitglied der USPD.

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