Neues und Historisches

Reinhard Haiplik: Die Hallertau - urwüchsig und geheimnisvoll

Reinhard Haiplik: Die Hallertau - urwüchsig und geheimnisvoll

i 12. Oktober von U. Beyer

Von deftig humorvoll bis melancholisch romantisch reichte die Stimmungsvielfalt bei Reinhard Haipliks Lesung "Die Hallertau- urwüchsig und geheimnisvoll", zu der der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen am 9. Oktober eingeladen hatte. Das endlich wieder zahlreiche Publikum genoss die gelungene Symbiose aus Lesung, Bildern und Musik.

Haiplik unterhielt die Zuhörer zunächst mit Passagen aus deiner "Hopfakirm" über den Dialekt unserer Region. Da gab es zu Beginn saftige Schimpfwörter, wobei Frauen schlechter abschneiden als Männer. "Matz" (eigentlich Hündin) ist zum Beispiel ein übles Schimpfwort für weibliche Wesen, während dieses Wort auf einen Mann bezogen eher Anerkennung ausdrückt: "A Matz is a scho." Dann waren Körperteile dran, wenn nötig immer mit Erläuterung des Ursprungs, ebenso die uralten Namen der Wochentage für Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Manda (Tag des Mondes), Irda (Tag des Kriegsgottes Ares), Migga (Tag der Mitte), Pfinzda (der fünfte Tag der Woche). Die Folgen eines Saufgelages klingen auf Bairisch viel eindrucksvoller. Auch mit Vokabular aus Freundschaft und Partnerwerbung brachte Haiplik die Zuhörer zum Schmunzeln: Der Spezi ist ein "amicus spezialis" = ein spezieller Freund), das "Gschpusi" kommt vom lateinischen "sponsa" die Braut. Mit ihr wird gebusselt (lateinisch basium = der Kuss), um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung las der Heimatforscher aus seinen drei Bänden über "Geheimnisvolle Plätze in der Hallertau", vorwiegend über mystische Quellen: die Ursprünge der Ilm und des Gerolsbachs, die geisterhaften Jungfrauen von Schenkenau, die versteckt liegende Nibelungenquelle, die Hexen- und Heilquelle von Oberlauterbach. Darüber hinaus nahmen die Zuhörer Anteil am Schicksal des verschwundenen Dorfes im Weltwald und der geheimnisvollen Kindermumie von Dötting.

Die Klavier- und Gitarrenmusik von Günter Hausner und Partnerin rundete die Veranstaltung stimmungsvoll ab. Besonders mit Melodien von Simon & Garfunkel traf er in Herz des Autors und vieler Zuhörer.
Das passende Anschauungsmaterial lieferte Willi Hailer aus seinem riesigen Fundus wunderbarer Aufnahmen: erheiternde zu den Dialektwörtern (Stenz, Gschwoischädl, Blunzn) und traumhafte Landschaftsbilder von Quellen und Hopfengärten. Seine Bilder sind auch ein wesentlicher Bestandteil der drei Bände, aus denen vorgelesen wurde. Wer wollte, konnte zum Schluss einen erwerben und signieren lassen.
Die Hallertau kennen viele nur als Spargel- und Hopfenanbaugebiet. Haipliks großes Verdienst ist es, das Bewusstsein für ihre Schönheit, ihre Besonderheiten und ihre Geschichte zu wecken.

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