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Wahlprüfsteine für die Kommunalwahl 2020 am 15. März Wahlprüfsteine für die Kommunalwahl 2020 am 15. März

Wahlprüfsteine für die Kommunalwahl 2020 am 15. März

i 1. März von U. Beyer

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Folgende Fragen hat der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen allen im Stadtrat vertretenen Parteien gestellt:
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1
Wo sehen Sie im Bereich Denkmal- und Ensembleschutz sowie Stadtbildpflege in den kommenden sechs Jahren besonderen Handlungsbedarf in Pfaffenhofen?
2:
Welche Maßnahmen möchten Sie dazu ergreifen?
3
Welche kommunalen Instrumente möchten Sie dabei anwenden? (z.B. Erhaltungssatzung, Denkmalkonzepte, Stadterneuerung/Städtebauförderung, kommunale Investitionen, fachliche/ggf. finanzielle Unterstützung von Denkmaleigentümern, Bürgerbeteiligung)
4
Was möchten Sie über diese Fragen hinaus noch zum Themenkreis Kulturerbe in Pfaffenhofen formulieren?


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Antworten der Parteien auf die Fragen 1-3
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BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
Sie sehen Handlungsbedarf in der Kernstadt Pfaffenhofens, also dem Hauptplatz mit den anschließenden Straßen.
Sie sehen Möglichkeiten für die Stadtbildpflege in der Gestaltung von Bebauungsplänen.
Als kommunales Instrument setzen sie auch auf eine Aufwertung der Gestaltungsfibel.

CSU
1
Auch die CSU sieht besonderen Handlungsbedarf im Schutz des Ensembles „Hauptplatz“ wegen zahlreicher Überplanungen in den nächsten Jahren.
2
Sie möchte
das Haus der Begegnung denkmalgerecht sanieren und ein neues Nutzungskonzept auflegen,
ein kommunales Denkmalkonzepts mit Bürgerbeteiligung erarbeiten,
Lokale Identität stärken durch Bündelung von Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Schulen, Stadtarchivar, Vereinen, Stadtführungen, z.B. in Form von „Denkmal-Wandertagen“ und „Denkmal-Stadtfesten“
3
Als kommunale Instrumente strebt die CSU Folgendes an:
ein Denkmal- und Gestaltungskonzept mit fachlicher und finanzieller Unterstützung von betroffenen Eigentümern
sowie die Neuorganisation der „Kulturerbepolitik“ (Bündelung aller Maßnahmen zur Förderung der lokalen Identität, einschließlich der Gründung eines Heimatmuseums

GfG = Gemeinschaft für Gemeinwohl
Die GfG sieht Handlungsbedarf in der Verbindlichkeit der Umsetzung von Denkmal- und Ensembleschutz sowie Gestaltungsfibel.
Sie möchte die kommunalen Instrumente bezüglich Denkmal- und Ensembleschutz bzw. Stadtbildpflege erweitern.
Der Heimat- und Kulturkreis soll einen festen Sitz im „Nachhaltigkeitsbeirat“, der für die Umsetzung der Nachhaltigkeits-Agenda 2020 geplant ist, erhalten.

ÖDP
1
Besonderen Handlungsbedarf sieht die ÖDP in der Vermeidung weiterer Bausünden im Zentrum.
Gebäude, die Straßen und Plätzen Charakter verleihen, sollten so weit wie möglich erhalten werden. Die Devise sollte sein: Sanieren und nicht gleich abreißen!
Die Gestaltungsfibel sollte für den Hauptplatz und die anliegenden Straßen verbindlich sein.
Leer stehende Häuser und Räume sollten Künstlern und Kreativen zur Verfügung stehen.
2 und 3
Die ÖDP schlägt vor:
Die Stadt sollte eine Denkmalssatzung verabschieden.
Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden sollten finanziell unterstützt werden.
Auch historische Bauten in Privatbesitz sollten ab und zu der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Alle Möglichkeiten, die Bebauungspläne zulassen, sind zu nutzen.
Es sollten sich Initiativen gründen, denen die Erhaltung der spärlichen historischen Substanz der Stadt ein echtes Anliegen ist.

SPD
1
Handlungsbedarf sieht die SPD in folgenden Punkten:
• Erhalt prägender Gebäude und Stadtplätze
• Wiederbelebung alter Nutzungen, z.B. des Amberger-Kinos im Raiffeisengebäude
• Nutzbarmachung des Mesnerhauses durch Kreis und Bistum
• Umnutzung der historischen Maschinenfabfrik Stocker durch Schaffung einer Kulturstätte
2 und 3
Folgende Maßnahmen möchte die SPD ergreifen:
• Erstellung eines kommunalen Denkmalkonzeptes
• Erhalt des gefährdeten Ensembleschutz des Hauptplatzes Pfaffenhofen.
• Sanieren statt Abreißen: aktive Konzeption und Förderung der Umnutzung von Bestandsgebäuden wie beispielsweise das Balthasar-Kraft-Haus
• Gestaltungsfibel als verbindliches Instrument für Bauherren UND fachliche, ggf. finanzielle Unterstützung von Denkmaleigentümern
• zusätzlich wenn nötig vorhabenbezogene Bebauungsplanung

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4. Was die Parteien zum Themenkreis Kulturerbe noch hinzufügen möchten
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BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
wünschen sich eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit, bspw. durch Führungen oder andere öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen.

CSU
" Wir hoffen, dass wir im neuen Stadtrat endlich eine Mehrheit für ein Heimatmuseum in Pfaffenhofen bekommen, in dem das städtische Kulturerbe einen Platz findet. Kultur muss leben, deshalb wollen wir ein lebendiges Museumskonzept entwickeln, das Kindergärten und Schulen, Neubürger und Gäste der Stadt niederschwellig und lebendig anspricht; dabei aber die Grundfunktionen eines Museums nicht vergisst."

ÖDP
„Kulturerbe“-das sind nicht nur Häuser. Da sind auch historische Dokumente wie Fotos, Bilder, Archivalien, Schriften. Man sollte sie in einem Haus (einem neuen Museum?) zusammenführen. Es ist kurios, dass eine lebenswerte Stadt wie Pfaffenhofen ohne Heimat-und Stadtmuseum ist. Auch das Stadtarchiv braucht neue Räume.
Nach wie vor ist das Josef-Maria-Lutz-Museum für die Öffentlichkeit kaum zugänglich.
Die spärlichen Reste der alten Stadtbefestigung beginnen an einigen Stellen zu bröckeln. Kein weiterer Burgfriedenstein darf durch Unachtsamkeit verloren gehen.
Einige Straßen , die an den Hauptplatz grenzen, wirken vernachlässigt, z. B. die Kellerstraße und die Treppe, die zu ihr führt, der Platz hinter dem Rathaus.
Die Neugestaltung des ehemaligen Bauamts(Seilerhaus) sollte zügig voran getrieben werden.
Alles, was der Stärkung lokaler Identität dient, sollte nach Kräften gefördert werden.

SPD
Zum Umgang mit unserem kulturellen Erbe sei bitte nicht nur an Häusergedacht.
Darüber hinaus gibt es das Erbe, welches aus beweglichen Gegenständen besteht, womit historische Dokumente, Texte, Fotos und ebenso Kunstgegenstände gemeint sind, auch Privatsammlungen bzw. Nachlässe, die in den nächsten Jahren auf die Stadt zukommen

Im Augenblick haben wir ein exzellent geführtes Stadtarchiv, das allerdings aus allen Nähten platzt.
Unsere Gemäldesammlung befindet sich in der Artothek, die in der Spitalkirche untergebracht ist. Auch hier ist die Unterbringung eher provisorisch.
Dazu kommen die Sammlungen aus dem Mesnerhaus und in Heißmanning.
Eine Sonderstellung nimmt der Nachlass von Josef Maria Lutz ein, der im Augenblick in der Lutz-Schule untergebracht ist.

Es ist höchste Zeit, das Stadtarchiv und die städtischen Sammlungen neu zu denken, beide zusammenzuführen und die räumlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, unser Erbe lebendig zu erhalten in einem neuen Stadtarchiv als lebendiges Gedächtnis:


Nicht geantwortet haben FDP und freie Wähler.

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