Neues und Historisches

Pfaffenhofener zu Gast in Rothenburg ob der Tauber

Pfaffenhofener zu Gast in Rothenburg ob der Tauber

i 2. Juni von U. Beyer

Der Verein KULTURERBE BAYERN förderte eine Fahrt des Mitgliedsvereins HEIMAT- UND KULTURKREISES PFAFFENHOFEN nach Rothenburg ob der Tauber. Hauptanlass war die Besichtigung des ersten Kulturerbe-Schützlings, des mittelalterlichen Bürgerhauses Judengasse 10. Der betreuende Architekt Ed Knoll veranschaulichte bei seiner Führung durch das Haus die herausragende Bedeutung des Baudenkmals: Es ist das bisher einzige in Deutschland entdeckte vollständig aus der Bauzeit erhaltene Privathaus mit einer Mikwe, d.h. einem jüdischen Tauchbad zur rituellen Reinigung. Es ist ein Zugang zum Grundwasser - mit einer gleichbleibenden Temperatur von 6°C. Dendrochronologische Untersuchungen des Dachstuhls und der Bohlenstube im ersten Stock sowie Ausgrabungen im Keller haben das Baujahr 1408 ergeben. Die Gäste aus Pfaffenhofen bekamen das Gebäude noch vor Beginn der Restaurierungsarbeiten zu sehen und sind nun sehr gespannt, was aus dem vermeintlichen "alten Glump" durch die Restaurierung gemacht werden kann. Ein weiterer Besuch ist geplant.

Nach einer Mittagspause in einem bekannten Tradtionsrestaurant stand eine Stadtführung mit Schwerpunkt jüdisches Leben in Rothenburg auf dem Programm. Der Vorsitzende des Vereins Alt-Rothenburg, der Historiker Dr. Markus Naser, beeindruckte bei dieser Stadtführung durch Kompetenz und Humor. Er machte seine Zuhörer auf so manches ungewöhnliche Detail aufmerksam, z. B. die erste Brille auf einem Altarbild (siehe Foto) oder heiliges Manna in Brezenform in ein Kirchenfenster.

Die Pfaffenhofener waren restlos begeistert und freuen sich auf eine Wiederholung des Besuchs , wenn die Arbeiten in der Judengasse 10 abgeschlossen sind.

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