Neues und Historisches

Baukultur formt Heimat - Beispiel Dresden

Baukultur formt Heimat - Beispiel Dresden

i 7. Oktober von U. Beyer

Die Dresdenreise von Forum Baukultur und Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen (3. - 6. 10. 2018) war - abgesehen von der geringen Teilnehmerzahl - ein voller Erfolg. Der Schwerpunkt lag vor allem auf Baugeschichte und Architektur. Vier fachkundige Städteführer erläuterten auf ebenso informative wie unterhaltsame Weise Beispiele aller Bauphasen: von mittelalterlichen Festungsmauern, barocken Gewölbekellern und Prachtbauten, bis hin zu phantasievoll gestaltete Gründerzeitvillen im Stil des Historismus bzw. Jugendstil, von der gründerzeitlichen Stahlkonstruktion des Hauptbahnhofs über sozialistische Plattenbauten und Wandbilder bis hin zu modernen Einkaufstempeln, architektonischen Brüchen durch den sogenannten Dekonstruktivismus einerseits und die Rekonstruktion des barocken Neumarkts mit der wieder erstandenen Frauenkirche andererseits, mit der sich der Kreis der innerstädtischen Architektur schließt.

Mit viel Herzblut präsentierte der Vorsitzende der "Gesellschaft historischer Neumarkt", was bisher im Umkreis der Frauenkirche erreicht worden ist. (Dass geborene Dresdener einzelne Bruchstücke vom Neumarkt Jahrzehntelang aufbewahrt hatten und zur Rekonstruktion von Gebäuden wieder zur Verfügung stellten, zeigt, wie sehr sie an ihrer Heimatstadt hängen und wie sehr sie sich die Heilung der Kriegsnarbe wünschen.) Eine Diskussion über dieses nicht unumstrittene Projekt kam allerdings zu kurz.

Auf eine andere Art beeindruckte die "Gartenstadt Hellerau". Gegründet wurde sie vom Erbauer der „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst“ für seine Arbeitnehmer. Hier entstand vor dem Ersten Weltkrieg eine lebenswerte Siedlung mit kleinen Reihenhäusern, Geschäften, einem Kulturhaus etc. inmitten kleiner Obst- und Gemüse-Gärten zur Selbstversorgung.

Das reichhaltige Besichtigungsprogramm wurde ergänzt durch einen vergnüglichen Kabarett-Abend der "Herkuleskeule" im Kulturpalast und weiter abgerundet durch kulinarische Genüsse sowie Kostproben regionaler Bier-Kultur.

So bedauerten die Reiseteilnehmer, dass sie sich nach drei Tagen schon wieder verabschieden mussten.

Kommentare

*

Bitte das Ergebnis eintragen: