Neues und Historisches

Der neue Kreisheimatpfleger des Landkreises Pfaffenhofen stellt sich vor

Der neue Kreisheimatpfleger des Landkreises Pfaffenhofen stellt sich vor

i 18. Juni 2017 von C. Erdenreich

"Gebäude mit Leben erfüllen" möchte der Architekt Franz Grahammer aus Pischelsdorf. Er ist seit kurzem neuer Kreisheimatpfleger für den Bereich Bauwesen und hat durchaus vor mitzureden. Die rein ehrenamtliche Position war ein Jahr nicht besetzt, nachdem Roland Gronau nach zehn Jahren sein Amt niederlegte.

Heimatpfleger sind ausschließlich beratend tätig, sie haben keine Entscheidungsbefugnis. Landkreise sind nicht verpflichtet, diese Stelle zu besetzen. Andererseits gibt es in manchen Kreisen mehr als einen Kreisheimatpfleger für verschiedene Arbeitsbereiche. Auch Pfaffenhofen wird in Zukunft gleich drei davon beschäftigen, unter anderem wird der Stadtrat, Autor und Lehrer Reinhard Haiplik die Bereiche Geschichte, Theater und Literatur übernehmen.
Mindestens zwei bis drei ganze Tage Arbeit pro Monat umfasst das Ehrenamt. Einmal monatlich wird der Sachbearbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde bei den Außenterminen im Landkreis begleitet.

Auf Einladung des Heimat- und Kulturkreises Pfaffenhofen stellte sich Franz Grahammer nun der Öffentlichkeit vor. Er hat umfassende Erfahrung mit Baudenkmälern. In seiner 40-jährigen Tätigkeit als Architekt war dies einer seiner Schwerpunkte. Schon aufgrund seiner langjährigen Erfahrung ist er für Erhalt mit Realismus.
Franz Grahammers Elternhaus steht in Pischelsdorf. Das Haus aus dem Jahr 19012 stand nicht unter Denkmalschutz, dennoch hat der Architekt es aufwändig, liebevoll und detailgetreu saniert und einer modernen Nutzung für seine Familie zugeführt. "Architektur muss nicht immer spektakulär sein" findet er, sie lebt überwiegend vom qualitätiv hochwertigen Detail.
Bei sakralen Baudenkmälern steht die weitere Nutzung als Kirche nach einer Sanierung fast immer fest. Anders bei profanen Denkmälern, die modernen Gegebenheiten entsprechen müssen. Ein alter Stadel kann zu Wohnraum werden, ein Pfarrhof zu einem Gemeindezentrum, ein Schloss zu einem Hotel. Hier sind immer auch Kompromisse gefragt, zudem müssen Dinge wie Brandschutz, energetische Belange und zeitgemäße Ansprüche untergebracht werden.
Deshalb beschäftigt den neuen Kreisheimatpfleger immer die Frage: "Wie viel Veränderung verträgt ein Baudenkmal?" Dazu erforschte er die Meinung seiner Zuhörer. Seinerseits stellte er sich offen deren Fragen. Schnell wurde klar: Er steht bereit, realistisch und mit Augenmaß. Aber er wird sich einmischen.

Kommentare

*

Bitte das Ergebnis eintragen: