Neues und Historisches

Die Basilika von  Ilmmünster

Die Basilika von Ilmmünster

i 26. Juli 2016 von U. Beyer

Ein neues Schild an der B13 weist auf Betreiben des HKK-Mitglieds Dr. Stefan Krimm nun auf eine interessante Sehenswürdigkeit hin: Die Basilika in Ilmmünster

Die weithin sichtbare Basilika von Ilmmünster steht Besuchern immer offen. Doch erst eine Führung von Reinhard Haiplik, dem bekannten Pfaffenhofener Heimatforscher, erschließt die wechselvolle Geschichte des Chorherrenstifts, erweckt die Legenden über den heiligen Arsatius und das Schicksal seiner Reliquie zum Leben und öffnet die Augen für Architektur und Ausstattung des Gotteshauses.

Geschichte:

Im Mittelalter befand sich hier ein Kloster. Gegründet wurde es im 8. Jahrhundert, zur Zeit Karls des Großen, als Filiale des Klosters Tegernsee. Die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen belegen dies. Im 10. Jahrhundert wurde es von Herzog Arnulf "dem Bösen" (907-937), säkularisiert, weil er Geld für den Kampf gegen die Ungarn brauchte. Dafür wurde er der Sage nach im Scheyerer Teufelsweiher versenkt. 1068 lebte das Kloster als Chorherrenstift wieder auf. Ein Chorherren- oder Kollegiatstift ist eine Gemeinschaft von Säkularkanonikern, die keiner Ordensgemeinschaft angehören und ihr Privatvermögen behalten. Diese Chorherren sind für die Gottesdienste zuständig und verwaltet das Vermögen der Stiftskirche. 1493 wurde das Kloster an das Münchner Frauenstift transferiert. Trotzdem war im 18. Jahrhundert Ilmmünster Residenz des Münchner Kapiteloffizials. 1803 wurden die Güter verkauft.

Architektur
Die heutige romanische Basilika stammt aber erst aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm ist noch jüngeren Datums. Von den Vorgängerbauten ist nur wenig erhalten.
Zunächst war die romanische Kirche flach gedeckt, wie eine typische romanische Basilika, bis sie im Barockzeitalter ein Tonnengewölbe erhielt. Der Innenraum zeigt Spuren von mehreren Stilwandlungen: von romanisch über spätgotisch, bis barock und schließlich wieder neu-romanisch, im sogenannten Nazarenerstil. Durch eine missglückte Renovierung 1938 wurde die Kirche stark beeinträchtigt, bis die umfangreiche und langwierige Restaurierung 1975-1984 die neuromanische Form wiederherstellte, weil diese noch lückenlos überliefert war.
Ungewöhnlich ist, dass der Eintretende erst einige Stufen hinabsteigt, um dann wieder zum erhöhten Chorraum hinaufzusteigen. Darunter befindet sich die Krypta, wo der heilige Arsatius ruht, dem die Basilika geweiht ist.

Der Heilige Arsatius
Arsatius lebte im 4. oder 6. Jh. Er brachte von einer Reise nach Konstantinopel die vermeintlichen Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Mailand. Der Legende nach zwang er dabei einen Wolf, der einen der Zugochsen gerissen hatte, selbst diesen Wagen zu ziehen. Deshalb steht das Vieh unter besonderem Schutz dieses Heiligen, so dass er von der bäuerlichen Bevölkerung in und um Ilmmünster besonders verehrt Deshalb rief die Überführung seiner Gebeine nach München nachhaltigen Protest hervor bis sie schließlich wieder in die Krypta der Basilika zurückkehrten.

Führungen sind buchbar über die WSP-Pfaffenhofen.

Literatur:
Reinhard Haiplik: Geheimnisvolle Plätze in der Hallertau - Band 2, Galli-Verlag Hohenwart 2014

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