Neues und Historisches

Pfaffenhofen  im Ersten Weltkrieg

Pfaffenhofen im Ersten Weltkrieg

i 14. September 2017 von U. Beyer

Der Historiker Günter Helmbrecht veranstaltete am Samstag, dem 23. September 2017, eine geschichtliche Führung zum Thema Pfaffenhofen im Ersten Weltkrieg - bis hin zur Revolution.
Im August 1914 brach die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts auch über die noch beschauliche Kleinstadt Pfaffenhofen herein. Über vier Jahre lang waren auch die Pfaffenhofener mit den Ereignissen und Folgen des 1. Weltkriegs konfrontiert. Pfaffenhofen wurde Garnisonsstadt. Es kam zu ersten Einberufungen und schon nach wenigen Tagen, noch im August 1914, waren bereits die ersten Gefallenen aus Pfaffenhofen zu beklagen - wie die Tafeln unter den Arkaden der Spitalkirche zeigen. Je länger der Krieg dauerte, umso größer wurden die Belastungen der Bevölkerung, und zunehmend ersetzten Durchhalteparolen die Siegesmeldungen. An der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche wurde vor fast auf den Tag genau hundert Jahren ein 'Hindenburg-Mahnmal' feierlich eingeweiht und jeder war aufgerufen, einen 'Kriegsgewinn-Nagel' für eine Mark einzuschlagen. Auch Kriegsgefangene kamen immer mehr zum Einsatz, z. B. bei der Hopfenernte. Am Ende standen Niederlage und Revolution. Die Führung schließt am Müllerbräu-Keller, wo Adolf Hitler im Jahre 1922 mit einer Rede bereits die ersten Pfaffenhofener als Anhänger gewann. Der verhängnisvolle Lauf der deutschen Geschichte setzte sich fort.
Mit Hilfe von historischen Bildern wurden diese Kriegsjahre bei einem Spaziergang durch Pfaffenhofen wieder lebendig und Pfaffenhofener Geschichte mit deutscher und europäischer Geschichte verknüpft. Ca. 25 Teilnehmer lauschten an historischen Schauplätzen Günter Helmbrechts historischen Ausführungen.
Zum Abschluss betonte er, dass der Krieg durch diplomatische Verhandlungen hätte verhindert werden können. Den Hauptgrund für den Kriegsausbruch sieht er im damals vorherrschenden Nationalismus. Er vergleicht diese Situation mit der gegenwärtigen Entwicklung in Europa, in der sich Neofaschismus und Rassismus ausbreiten, z.B. in Frankreich und Ungarn. Auf entsprechende Tendenzen in Deutschland geht er diplomatischerweise nicht ein. Helmbrecht schließt seine Führung in der Hoffnung, dass es keinen weiteren Weltkrieg geben möge.


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