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Muss man Bausünden respektieren? Muss man Bausünden respektieren?

Muss man Bausünden respektieren?

i 14. November 2013 1 Kommentar von U. Beyer

"Es war eine Todsünde, dieses Gebäude da hinzustellen.", urteilte vor Kurzem ein Pfaffenhofener über das jetzige Landratsamtsgebäude in Pfaffenhofen. Es ist im Vergleich zu den umgebenden denkmalgeschützten Gebäuden zu lang, zu hoch, zu flach, zu eintönig gestaltet . So fügt es sich nicht in das Ensemble des Hauptplatzes ein. Deshalb ist es in der Bevölkerung seit eh und je unbeliebt. Auch Touristen und Neubürger äußern sich entsprechend.

Wäre das Bayerische Denkmalschutzgesetz nicht erst 1974 in Kraft getreten, stünde an seiner Stelle wohl nicht mehr das alte, erkerverzierte, wie es eine Blickpunktstelle zeigt, weil es zu klein geworden war und mit 70 Jahren noch zu neu, um geschützt zu sein, aber der Neubau hätte sich wegen des Ensembleschutzes besser einfügen müssen.
Nun steht es da in seiner monotonen Wucht. Und anstatt jetzt die Chance der Umbautätigkeit zu nutzen und die alte Bausünde zu tilgen, heißt es: Zwar gefällt es keinem, aber jetzt steht es nun mal da und soll als Zeugnis des Geschmacks seiner Zeit respektiert werden. Selbst die Denkmalschutzbehörde schließt sich dieser Einstellung an.
Seit wann sollen Sünden respektiert statt bereut werden? "Gehe in dich und tue Buße!" Möchte man den Bauherren zurufen. Gerade öffentliche Gebäude sollten Vorbildcharakter haben.
Zwar scheint die von einzelnen Kreisräten geforderte Aufstockung glücklicherweise vom Tisch zu sein, aber verlängert wird das Gebäude auf jeden Fall. Also wird es noch wuchtiger. Kann es da überhaupt noch eine Verbesserung im Vergleich zum Jetzt-Zustand geben?

Kommentare

  1. Stefan Krimm
    29.03.2015

    So viel Wahrheit in so wenigen Zeilen!

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